Eine Liebesgeschichte klärt über Deep Fakes auf

Mehr und mehr gefälschte Videos, sogenannte Deep Fakes, tauchen im Internet auf.

Vom Gesicht über die Mimik bis hin zur Stimme: Alles kann immer einfacher und realistischer gefälscht werden. Deep Fakes sind Videos, die durch künstliche Intelligenz erstellt werden. Sie enthalten falsche, aber sehr echt wirkende bewegte Bilder. Wem vertrauen wir noch, wenn digitale Technik jede Realität verfälschen kann? 

Zehn Studierende aus dem berufsbegleitenden Studiengang New Media Journalism (NMJ) greifen im Modul "Medienethik" die Thematik auf und haben auf deepfakelove.com dazu ein Storytelling-Projekt entwickelt.

Der junge Journalist Ben hat eine lange Partynacht hinter sich. Seine Freundin Marie ist 30 geworden und die Feier mit gemeinsamen Bekannten war entsprechend heftig. Doch am nächsten Morgen plagt Ben mehr als nur ein Kater. Marie hat nämlich ein Video bekommen, auf dem zu sehen ist, wie Ben im Flur vor der gemeinsamen Wohnung leidenschaftlich ihre beste Freundin Susanne küsst. Ben ist schockiert, kann sich nicht erinnern und bittet seine Kollegen in einer Whatsapp-Chatgruppe verzweifelt um Hilfe.

 

Deep Fake als Studienprojekt

Das ist das Setting, in dem zehn Studierende des internationalen Studiengangs New Media Journalism ein Storytelling-Projekt namens “Deep Fake Love“ rund um Deep Fakes entwickelt haben.

Deep Fakes sind Videos, die durch künstliche Intelligenz erstellt werden. Sie enthalten falsche, aber sehr echt wirkende bewegte Bilder. Viral ging zum Beispiel ein Video, in dem das Gesicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel durch das von Donald Trump ersetzt wird.

In ihrem Projekt zeigen die Studierenden aus der Schweiz und aus Deutschland, wie Deep Fake Videos entstehen, wie sie mit Hilfe des sogenannten Debunking entlarvt werden können und dass in der Geschichte schon immer Medieninhalte gefälscht wurden.

Sie beleuchten auch die positiven Seiten der neuen Videotechnik: Sie kann tote Sängerinnen wiederauferstehen lassen, macht Fantasy-Wesen in Filmen noch lebensechter und bietet nicht zuletzt auch Medienschaffenden die Chance, ihre Geschichten noch kreativer zu erzählen.

 

Experteninterviews und Recherchearbeit

Interviews mit Experten für Storytelling und Debunking, für Zukunftsforschung und Medienethik sowie Recherchen in den Tiefen der Geschichte und des Internets dienten den Studierenden als Grundlage für den aufschlussreichen Multimediabeitrag.

Das Besondere an "Deep Fake Love" ist, dass an einem gewöhnlichen Ort und mit Hilfe einer Liebesgeschichte, in die sich jeder einfühlen kann, alles Wissenswerte über Deep Fakes vermittelt wird. Und dass sich die Studierenden nicht vom Alarmismus rund um die manipulierten Videos blenden lassen.

 

Deep Fake - Ja oder Nein?

Ob nun das Video vom küssenden Ben ein Deep Fake ist oder nicht, bleibt bis zum Schluss offen. Damit schaffen die Storymacher einen überraschenden Turnaround: Sie zeigen zwar im Projekt auf, dass solche Videos identifiziert werden können, machen aber auch deutlich, dass normale Menschen in ihrem Alltag dies nicht so rasch und einfach auf die Reihe kriegen.

Und so bleibt eine Frage zurück: Wird es eine Welt geben, in der man als Fremdgänger in ein Video integriert werden kann und deswegen alles verliert?

Fazit der Studierenden: Deep Fake Videos müssen zwar identifiziert und demaskiert werden können, aber sie bieten auch die Chance, Geschichten noch kreativer zu erzählen.


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