Alumni auf Stippvisite

Der NMJ-Jahrgang 2011 war fast komplett zu Besuch. Von links nach rechts: Christian Degen, Christoph Hartmann, Stephanie Tantius, Nathaly Tschanz, Adrian Jäggi, Markus Eschenauer, Ursin Cadisch, Reto Gysi von Wartburg. Foto: Rebecca Nell

Großes Wiedersehen an der Leipzig School of Media (LSoM): Der Jahrgang 2011 des Masterstudiengangs New Media Journalism ist am vergangenen Wochenende in der sächsischen Metropole zusammengekommen, um in Erinnerungen zu schwelgen und sich privat wie beruflich auszutauschen. "Wir sind über eine Facebook-Gruppe immer in Kontakt geblieben. Wir hatten es ja auch gut miteinander. Jetzt wollten wir uns auch mal wieder persönlich treffen", sagte Alumnus Christian Degen, der die Fahrt federführend organisiert hat, bei einer Stippvisite auf dem Mediencampus Villa Ida.

An alter Wirkungsstätte nahmen die NMJ-Absolventen am Sonnabend auch an einem Vortrag teil. Für die Alumni, die Teilnehmer des Volontärskurses Crossmedia und weitere Interessierte hatte die LSoM Felix Friedrich eingeladen. Der Mitbegründer des Leipziger Medien-Start-ups "The Buzzard" erklärte das Konzept des jungen Medienunternehmens, das nicht weniger möchte, als Menschen raus aus der viel diskutierten medialen Filterblase holen. Dafür sammeln Friedrich und seine Kollegen im Internet aus diversen Quellen unterschiedliche Standpunkte zu großen öffentlichen Debatten. Die Positionen und Argumente werden anschließend dargestellt und die Pro- und Contrabeiträge verlinkt.

Fachlicher Input an alter Wirkungsstätte

Die NMJ-Absolventen freuten sich über den fachlichen Input. Alumnis Christoph Hartmann, der inzwischen als journalistischer Koordinator im Innovationslabor der Deutschen Welle arbeitet, konnte für seine eigene Arbeit etwas mitnehmen: "Filterblasen sind ein Problem, gerade auch in vielen Ländern, in denen die Deutsche Welle vertreten ist. Bestimmte Positionen können in diesen Ländern nicht gefunden werden, weil sie gar nicht veröffentlicht oder zensiert werden." Auch Christian Degen fand den Vortrag spannend, sagte halb im Scherz: "Gut zu sehen, dass sich die jungen Leute heute noch immer mit den gleichen Themen auseinandersetzen wie wir damals im Masterstudiengang."

Der Vortrag war indes nur einer von vielen Programmpunkten der Absolventen. Wie die Alumni verrieten, machten sie außerdem unter anderem eine außergewöhnliche Stadtführung durch Leipzig – eine sogenannte "Grusel-Tour" – und besuchten einen "Escape Room". Aktivitäten, für die an den Lehrwochenenden in früheren Jahren die Zeit fehlte. "Es ist ein geselliges Beisammensein. Aber es geht natürlich auch darum, die Kontakte zu erhalten und sich beruflich auszutauschen", sagte Christian Degen. "Es war ja das tolle an diesem Studium, dass man sich ein internationales Netzwerk aufbauen konnte und Kollegen aus anderen Unternehmen kennengelernt hat, von denen man lernen konnte."

Führende Positionen in Medienunternehmen

In der Tat haben die Absolventen des Masterstudiengangs inzwischen teilweise führende Positionen in kleineren und größeren Medienunternehmen erobert. So arbeitet Christian Degen momentan etwa als selbstständiger Berater und wird ab Januar für die Kommunikation und das Marketing der Universität Bern verantwortlich sein. Nathaly Tschanz leitet des Ressort Digitales beim "Schweizerischen Beobachter"; Reto Gysi von Wartburg ist stellvertretender Chefredaktor bei "SwissInfo"; Ursin Cadisch ist Online-Redakteur beim rätoromanischen Schweizer Radiosender "RTR Radiolelevisiun Svizra Rumantscha"; und Markus Eschenauer arbeitet als Chef vom Dienst im Online-Bereich der Rhein-Zeitung.