Brutkasten für neue Medien: der Next Media Accelerator (NMA)

Im StartUp-Businees zählt vor allem Geschwindigkeit. Meinolf Ellers (dpa). Foto: Michael Hauri

In Hamburg beschäftigten sich die Studierenden des Studiengang New Media Journalism (NMJ) mit den Bedingungen und Möglichkeiten crossmedialer Produktion, die sie jetzt in eigenen Projekten ausprobieren werden. Und sie bekamen im Gespräch mit Meinolf Ellers, dem Chief Digital Officer der dpa, einen Einblick in das Laboratorium des Journalismus von morgen: den Next Media Accelerator.

„Editors don’t scale.“ Ein bitterer Satz, vor allem, wenn man ihn als Journalist im Silicon Valley hört. Dem Mekka der Tech-Branche. Dem Ort, an dem die coolen Programmierer an the next big thing schrauben, dem Ort, an dem die Venture Capital-Gesellschaften auf gut gefüllten Konten sitzen. Editors don’t scale: Das bedeutet, dass sich journalistische Produkte nicht nach der Logik der StartUp-Ökonomie entwickeln lassen. Sie sind nicht skalierbar – und darum nur selten interessant für Kapitalgeber und Investoren.

Digitalen Wandel mit dem Next Media Accelerator anschieben

Meinolf Ellers hat diesen Satz verinnerlicht, er hat ihn mehr als einmal gehört. Meinolf Ellers koordiniert als Chief Digital Officer (CDO) der dpa die digitale Transformation der größten deutschen Nachrichtenagentur. Und er versucht, den digitalen Wandel gleichsam von außen anzuschieben – mit dem Next Media Accelerator: Ein Brutkasten für Medien-StartUps aus ganz Europa, ein Versuch, das Tempo und die Dynamik des digitalen Wandels in eher behäbige Medienunternehmen hineinzutragen.

Meinolf Ellers (dpa). Foto: Michael Hauri

Etwa 200 Medien-StartUps bewerben sich in jeder Finanzierungsrunde, vier bis fünf Teams werden pro Runde ausgewählt und kommen dann für sechs Monate in den „Aufzug“: Mit Unterstützung durch Marketing- und Technik-Profis können sie ihr Geschäftsmodell entwickeln, testen und eine relevante Größe erreichen. Manchmal kann es dann auch ganz schnell gehen, wie im Fall des StartUps spectrm, von dem Meinolf Ellers ausführlich berichtete.

Gerade als die Macher für die fußballlose Weihnachtszeit mit Springers BILD einen Transfer-Ticker für Messenger-Apps entwickelt hatten, öffnete Facebook den eigenen Messenger für Nachrichtenorganisationen – und die StartUp-Truppe von spectrm war mit einem Schlag an der vordersten Front der News-Entwicklung: Die ersten, die den Messenger mit Facebooks Einwilligung für die Distribution von Nachrichten nutzen durften.

Meinolf Ellers (dpa) im Gespräch mit dem aktuellen NMJ-Jahrgang. Foto: Michael Hauri

Meinolf Ellers (dpa) im Gespräch mit dem aktuellen NMJ-Jahrgang. Foto: Michael Hauri

Spannende Einblicke für die NMJ-Studierenden, die demnächst noch durch einen Visite im Brutkasten ergänzt werden: Dann besucht der aktuelle Jahrgang den Next Media Accelerator – und die geförderten StartUps werden ihre Projekte pitchen und zur Diskussion stellen.