Crossmedial Produzieren: NMJ-Studenten in Hamburg mit Kamera, Mikro und Smartphone unterwegs

"Pinterest?" - "Ja, schon mal gehört. Aber was macht man damit?"

"Instagram?" - "Nutze ich fast täglich."

"Process Journalism?" -  "Keine Ahnung, was soll das sein?"

Die Fragen prasseln auf die NMJ-Studierenden ein, die Antworten kommen mal schnell, mal zögerlich, mal auch ein wenig unsicher. Das Modul "Crossmedial Produzieren" an der Hamburger Akademie für Publizistik ist sehr praxisorientiert, aber von welcher Praxis reden wir da eigentlich? Vor zwei Jahren war man als Journalist mit einem WordPress-Blog fast noch Avantgarde, in Zeiten von facebook und Tumblr wirkt das klassische Bloggen schon leicht retro.

Dozent Marcus Bösch schiebt schnell noch eine Einheit "Mobile Reporting" ein. Wie man mit dem Smartphone Töne und Filme aufnimmt und hochlädt, das wollen die Journalistinnen und Journalisten doch noch etwas genauer wissen. Zusammen mit seinen Co-Dozenten Michael Hauri und Kay Meseberg von der Berliner Multimedia-Produktionsfirma 2470media zeigt Bösch die neueste Software. Dann machen die Teilnehmer noch schnell ein Porträt mit der Spiegelreflexkamera, und während Kay Meseberg die Redaktionssitzung für das Crossmediale Projekt anschiebt, hat Marcus Bösch schon die nächste Übung programmiert: Schnell nach draußen, möglichst spannende oder rätselhafte Details fotografieren und dann mit dem Smartphone bei Tumblr hochladen. So entsteht in der nächsten halben Stunde eine Online-Bilderwand. Für die Studenten einmal mehr ein Anlass, über die journalistischen Potentiale von Tumblr und Co zu sprechen und sich Anregungen für die eigene Praxis zu holen.

Nach Theorieeinheit und praktischen Übungen, nach mehreren Redaktionssitzungen ("Was willst Du eigentlich erzählen?" - "Wo steckt die Geschichte?" - "Wer kümmert sich um Social Media?") startet die Gruppe dann ins wirkliche Leben: Mit Kamera und Mikrogon, mit Smartphone und Videokamera sammeln sie Material vom Straßenfest im Hamburger Stadtteil St. Georg. Bis Ende Juni werden Sie aus den Tönen, Fotos und Videosequenzen, aus Gesprächen und Momentaufnahmen ein crossmediales Dossier produzieren.