Journalismus in der Google-Suche: Kein Bonus für klassische Medienangebote

NMJ-Absolvent, Josef Max Hajda, untersuchte in seiner Masterarbeit das Suchmaschinenranking journalistischer Texte. (Foto: LSoM)

Die Online-Angebote von Tageszeitungen, Radiostationen oder Fernsehsendern werden in der Suchmaschine Google nicht bevorzugt. Sie müssen sich trotz ihrer traditionell bedeutsamen Stellung den gleichen Rankingfaktoren unterwerfen, wie reine Online-Portale, Blogs oder andere alternative Informationsangebote. Zu diesem Ergebnis kommt Josef Max Hajda, Absolvent des Studiengangs New Media Journalism, in seiner Masterarbeit mit dem Titel „Einfluss von Onpage-Suchmaschinenoptimierung auf Suchmaschinenrankings journalistischer Texte“.

Der Google-Algorithmus sei heute mehr denn je darauf ausgerichtet, in den Suchergebnissen die Treffer anzuzeigen, die Nutzern besonders gefallen, stellt Josef Max Hajda in seiner Arbeit fest. Dabei „besteht kein Bonus für die ehemals Mächtigen in der Meinungsbildung“. Ob eine Seite den Nutzern gefällt, beurteile Google insbesondere anhand dessen, wie oft ein Suchergebnis tatsächlich angeklickt wird und wie viel Zeit die Besucher auf der Seite verbringen. Klicks und geteilte Inhalte, speziell bei Facebook, sind ebenfalls von hoher Bedeutung für ein gutes Ranking.

Fokus auf beeinflussbare Faktoren

Um zu diesen Rückschlüssen zu gelangen, verglich Josef Max Hajda in seiner Arbeit das Suchmaschinen-Ranking der Websites von klassischen Medienunternehmen mit jenen von neuen Onlineportalen, die nicht an Print-, TV- oder Radioangebote gekoppelt sind. Hajda analysierte dafür die sogenannte Onpage-Optimierung der Internetseiten. Dabei handelt es sich um jene Parameter, die Websitebetreiber am ehesten direkt beeinflussen können, um ihr Ranking zu verbessern. Zu den Onpage-Faktoren zählen beispielsweise eine HTTPS-Verschlüsselung, ein responsives Webdesign für Mobiltelefone, die Optimierung mit Keywords, der allgemeine Aufbau sowie die Struktur einer Website und vieles mehr.

Die journalistischen Texte für die Untersuchung ermittelte Josef Max Hajda, indem er mit mehreren Schlüsselbegriffen Artikel aus dem Bereich Ernährung suchte. Beispielsweise googelte er die Keyword-Kombination „ernährung umstellen" und wählte dann die bestplatzierten Ergebnisse von klassischen Medienangeboten einerseits und reinen Online-Portalen andererseits aus. Diese Ergebnisse analysierte Hajda schließlich mit einer auf Suchmaschinenoptimierung spezialisierten Software („WebSite Auditor“). Es stellte sich heraus, dass die Seiten von klassischen Medienhäusern und reine Online-Portale wie Blogs bei ähnlich guter Onpage-Optimierung auch ein ähnlich gutes Suchmaschinen-Ranking erzielen.

Spielregeln der Internetgiganten kennen

Josef Max Hajda rät etablierten Medienmarken daher, sich im Netz vor neu entstehenden Informationsangeboten in Acht zu nehmen. Dies bedeute im Zweifelsfall, sich den „Spielregeln der Marktführer“ Google und Facebook beständig anzupassen. Beide gemeinsam führen immerhin einen Großteil der Besucher auf Internetseiten.

Medienmacher, die sich mit diesen Spielregeln in puncto Suchmaschinenoptimierung vertraut machen möchten, ist die Lektüre der Masterarbeit von Josef Max Hajda dringend zu empfehlen. Die Masterarbeit untersuchte zwar nur ein kleines Themenfeld und ließ viele Rankingfaktoren von Google bei der Analyse außen vor, doch Journalisten, Blogger und andere Medienschaffende liefert die Arbeit spannende Einblicke in die ansonsten weitgehend undurchsichtige Welt der Google-Algorithmen.

>> Die Masterarbeit kann auf der Website der Leipzig School of Media als PDF heruntergeladen werden.