MDR optimiert Websites für mobile Nutzung

Das Design von mdr.de passt sich seit dieser Woche automatisch der Bildschirmgröße an. Sven Jahny, Absolvent des Studiengangs New Media Journalism. war an der Umstellung beteiligt. (Screenshot: LSoM)

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) hat seine Internetseiten umgestaltet. Die Online-Portale MDR.de, Sputnik.de und Jumpradio.de wurden für die Nutzung mit mobilen Endgeräten optimiert. Die Websites verfügen jetzt über ein sogenanntes responsives Design. Die Inhalte passen sich also automatisch der Displaygröße des Nutzers an. Der Relaunch wurde auf redaktioneller Seite von Sven Jahny geleitet, der den Masterstudiengang New Media Journalism absolviert hat.

„Eine der größten Herausforderungen war, dass wir nicht auf der grünen Wiese angefangen haben. Es gab bereits ein bestehendes System“, sagte Sven Jahny im Gespräch mit der Leipzig School of Media. Die Frage, wie ältere Inhalte auf einer responsiven Website dargestellt werden können, habe deshalb während der gesamten Projektphase eine wichtige Rolle gespielt.

"Wenn ich eine Prognose abgeben müsste, würde ich sagen, dass die mobile Nutzung die normale Nutzung über den Desktop bereits 2017 oder 2018 überholen wird“

Mit dem neuen Design reagiert der MDR auf die rasant zunehmende Nutzung von Websites mit Smartphones und Tablets. Rund ein Viertel der Seitenbesucher greife inzwischen mit mobilen Geräten auf die MDR-Angebote zu. „Die Tendenz ist stark steigend. Wenn ich eine Prognose abgeben müsste, würde ich sagen, dass die mobile Nutzung die normale Nutzung über den Desktop bereits 2017 oder 2018 überholen wird“, schätzt Sven Jahny.

MDR experimentiert mit unterschiedlichen Inhalten für Mobile und Desktop

Mit dem vollzogenen Relaunch endet die Arbeit an dem Projekt übrigens nicht. Denn im laufenden Betrieb zeigen sich im Detail noch einige Schwierigkeiten. "Es gibt momentan noch Probleme, die damit zusammenhängen, dass es sehr viele Gerätetypen und Betriebssysteme im Mobile-Bereich gibt. Da sind wir gerade noch dran", sagte Sven Jahny. Zudem müssten die Redakteure beim MDR umdenken. "Wir haben jetzt die Möglichkeit, nur bestimmte Inhalte auf mobilen Geräten auszuspielen. Es macht aus meiner Sicht keinen Sinn, alle Inhalte der Websites auf einem Handy darzustellen. Damit überfrachtet man das Angebot. Wir müssen also herausfinden, welche Inhalte sich die Nutzer auf ihren mobilen Geräten wünschen und welche Inhalte in der mobilen Nutzungssituation verzichtbar sind."

Sven Jahny studierte ab 2012 New Media Journalism an der LSoM. Seine Masterarbeit schrieb er zum Thema Krisenbewältigung in den Medien am Beispiel der Flutberichterstattung des MDR. Die Arbeit kann im Bereich Masterarbeiten auf der Wesite der Leipzig School of Media heruntergeladen werden.