Multimedia Reportagen: Studierende veröffentlichen Projektarbeiten

Spannende Ergebnisse: Die New-Media-Journalismus- Studierenden haben bei der Erstellung eigener Multimedia Reportagen die Verknüpfung von Videos, interaktiven Karten, Social-Media-Fundstücken und 360-Grad-Bildern getestet. (Symbolfoto: Enrico Meyer)

Videos, interaktive Karten, Social-Media-Fundstücke oder 360-Grad-Bilder – im Werkzeugkasten des digitalen Journalismus liegen heute eine Vielzahl von Instrumenten bereit, um Geschichten multimedial zu erzählen. Die Studierenden des Jahrgangs 2016 im Masterstudiengang New Media Journalism (NMJ) haben den Einsatz solcher Elemente intensiv getestet und Projektarbeiten erstellt. Die Ergebnisse sind spannend, vielseitig und sehenswert.

Beispiel 1: Das Ende einer Lederfabrik

Screenshot der Multimedia Reportage zum "Ende der Lederfabrik in Freital" von Tobias Winzer.

So erstellte Tobias Winzer für die Sächsische Zeitung zum Beispiel ein multimediales Dossier über die alte Lederfabrik in Freital. Dazu muss man wissen, dass es sich bei der leerstehenden Lederfabrik um ein denkmalgeschütztes Wahrzeichen handelt, über das seit Jahrzehnten in der Stadt Freital diskutiert wird. Im Mai dieses Jahres beschloss der Stadtrat nun den Abriss der Ruine. Winzer nimmt diese aktuelle Entscheidung zum Ausgangspunkt, um die Geschichte der Fabrik und der politischen Debatte zu erzählen.

Zum Einsatz kommen dabei unter anderem Infografiken, Bildergalerien und eine interaktive Karte. Lokalpolitiker erklären in Videos ihr Abstimmungsverhalten, eine ehemalige Mitarbeiterin der Fabrik teilt ihre Erinnerungen mit den Lesern. Journalistisch spannend ist die Geschichte auch deshalb, weil der Abriss der Fabrik zwar beschlossen, aber nicht unumgänglich ist. Die Befürworter einer Rettung des Denkmals klammern sich an einen letzten Strohhalm. Die Diskussion in Freital dürfte noch etwas weitergehen – und der Multimedia-Reportage damit noch viele Leser bescheren.

Beispiel 2: 50 Jahre Vitaparcours

Screenshot der Multimedia Reportage über "50 Jahre Vitaparcours" von Claudia Schlup.

Vitaparcours sind das schweizerische Pendant zu deutschen Trimm-dich-Pfaden. Wie die Leser der Multimedia-Reportage von NMJ-Studentin Claudia Schlup erfahren, erfreuen sich diese Laufstrecken auch 50 Jahre nach ihrer Einführung großer Beliebtheit. Schlup erzählt die Geschichte der Parcours anhand einer interaktiven Chronik mit vielen historischen Fotoaufnahmen. Karten zeigen die Standorte aller Vitaparcours in der Schweiz und einige Strecken weltweit. Schweizer Läufer erzählen in Video-Interviews, warum sie die Pfade nutzen. Zum Abschluss zeigt eine Expertin, wie man die Übungen auf dem Vitaparcours richtig ausführt. Titel des Reportage: „Rund gelaufen – Der Vitaparcours wird 50 Jahre alt“.

Beispiel 3: Von der hässlichsten Straße zum schönsten Boulevard?

Screenshot der Multimedia Reportage zur Frage "Von der hässlichsten Straße zum schönsten Boulevard?" von Helene Obrist.

Ein großes städtebauliches Projekt nimmt sich NMJ-Studentin Helene Obrist in ihrem Multimedia-Projekt vor. Südwestlich des Züricher Bahnhofs entsteht seit einigen Jahren ein völlig neues Stadtquartier. Auf fast 80.000 Quadratmetern werden unter anderem eine Hochschule, eine Großbank, Wohnungen und ein Hotel gebaut. Das Projekt ist mit dem Namen „Europaallee“ ist extrem umstritten. Obrist greift die Debatte auf und stellt die Frage: Von der hässlichsten Straße zum schönsten Boulevard der Stadt?

Nutzer können das neue Quartier auf vielfältige Weise entdecken. Videoaufnahmen einer Drohne zeigen das Areal von oben.  Auf einer interaktiven Karte sind die wichtigsten Bauprojekte erklärt. Helene Obrist bereitete außerdem Daten und Fakten graphisch auf und verlinkt zu weiteren Medienberichten über das Projekt, das 2020 abgeschlossen sein soll.

Weitere öffentlich zugängliche Projektarbeiten des NMJ-Jahrgangs 2016:

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