Vom Uni-Projekt in den App Store: NMJ-Studentin Nadja Mönch entwickelt Handy-Spiel für Deutsches Meeresmuseum

„Be the whale“: Nadja Mönch hat während ihres New-Media-Journalism-Studiums ein Konzept für eine Edutainment-App entworfen. Mittlerweile ist das Spiel im Auftrag des Meeresmuseums in Stralsund fertiggestellt und steht zum Download bereit. (Foto: Nadja Mönch)

Buckelwale führen ein abenteuerliches Leben. Die Tiere legen in den Weltmeeren tausende Kilometer im Jahr zurück und stellen sich zahlreichen Gefahren, von irreführenden Schiffsgeräuschen über bedrohliche Fischernetze bis hin zu krankmachendem Meeresmüll. Mit einer neuen App namens „Be the Whale“ können Smartphone- und Tablet-Nutzer jetzt selbst einen jungen Buckewal auf seiner Reise begleiten. Nadja Mönch hat das Spiel federführend entwickelt. Das erste Konzept zu dieser Edutainment-App entstand während eines Seminars im internationalen Studiengang New Media Journalism.

„Ich hatte bereits vor längerer Zeit eine Dokumentation über Buckelwale gesehen, die mich sehr fasziniert hat. Bei einer Lehrveranstaltung im Modul Internationale Online-Geschäftsmodelle und Medienwirtschaft sollten wir dann einen Businessplan für ein digitales Projekt schreiben und da habe ich mich an das Thema erinnert“, erzählt Nadja Mönch, die seit 2014 New Media Journalism studiert und kurz vor ihrem Abschluss steht. Als Format habe sie – auch aufgrund ihrer Erfahrungen aus dem Studium – sofort an eine App gedacht.

Neue Art der Wissensvermittlung

Kommilitonen und Dozenten waren begeistert von dem Ansatz sowie dem Businessplan und bestärkten Nadja Mönch, das Vorhaben weiter zu verfolgen. Kurzerhand rief Mönch beim Ozeaneum in Stralsund an. Dort stieß sie auf offene Ohren. „Das Museum legt schon lange Wert darauf, Kindern Umwelt- und Tierschutz pädagogisch zu vermitteln und dabei auch multimediale Medienformen zu nutzen“, berichtet die 32-Jährige. Eine App biete hierzu erweiterte Möglichkeiten. Sie könne als neue Lernmethode angesehen werden. Das Ozeaneum beziehungsweise das Deutsche Meeresmuseum lobte in einer eigenen Pressemitteilung zur Veröffentlichung der App: „Neuartig ist die Kombination aus spielerischem Erlebnis, naturnaher Darstellung und aktuellen meeresbiologischen und naturschutzfachlichen Erkenntnissen“.

Mehrere Monate Arbeit

Nachdem Nadja Mönch mit dem Ozeaneum ein Budget festgelegt hatte, arbeitete sie über mehrerer Monate gemeinsam mit einem Team von fünf Freelancern an der App. Mönch selbst führte das Projekt als Produzentin und Head-Autorin aus. Die Leipziger Digital-Agentur Mohnfeld Media leistete die Programmierarbeit. Beteiligt waren außerdem ein Co-Autor, ein Grafiker und eine Soundexpertin. Dies verdeutlicht, wie viel Arbeit in einer solchen App steckt. „Es hat total Spaß gemacht, die Idee weiterzuentwickeln und gemeinsam zu überlegen, wie man alles konkret umsetzt“, erzählt Mönch von dem fast einjährigen Entstehungsprozess. Als sie mit dem Masterprogramm New Media Journalism begann, sei es ihr Wunsch gewesen, Geschichten genau mit solchen digitalen Möglichkeiten zu erzählen.

In der kostenlosen Spiele-App "Be the Whale" schlüpfen Nutzer in die Rolle eines jungen Buckelwals. (Foto: Kristina Lammert/Mohnfeldmedia)

Nutzer steuern jungen Buckelwal

Bei „Be the Whale“ erleben die Nutzer aus der Ich-Perspektive, welche Herausforderungen und Gefahren auf einen jungen Wal lauern, der von seiner Mutter getrennt wird und allein durch die Ostsee schwimmen muss. Immer wieder erfahren die Nutzer beim Spielen Wissenswertes über die Tiere, zum Beispiel wie sie sich evolutionär entwickelt haben, wie sie aufwachsen oder miteinander kommunizieren. Eindringlich macht das Spiel auf Probleme aufmerksam, etwa auf die Meeresverschmutzung oder die industrialisierte Fischerei.

Bereits mehrere hundert Downloads

Die App ist bereits jetzt ein Erfolg. In nur wenigen Wochen wurde das Spiel allein im Play Store von Google mehr als 500-mal heruntergeladen. Nutzer bewerteten es durchschnittlich mit 4,1 von fünf Sternen. Die App ist aber auch für iOS verfügbar. Das Spiel ist kostenlos. Besucher des Deutschen Meeresmuseums erhalten einen Freischaltcode für ein zusätzliches Level.

Digitales Storytelling im Fokus

Wenn es nach Nadja Mönch geht, soll es nicht der letzte Auftrag dieser Art gewesen sein. Beruflich möchte die Wahl-Leipzigerin, die auch als Fernsehredakteurin für mehrere Produktionsfirmen im Einsatz ist, immer stärker im Bereich Multimedia und digitales Storytelling tätig sein. Ihre Masterarbeit, die in Kürze benotet sein dürfte, hat sie in eben diesem Themenfeld geschrieben. Das nächste Projekt ist bereits in der Pipeline. Mönch arbeitet an einer Webdokumentation über die Bombardierung mitteldeutscher Städte im Zweiten Weltkrieg. Eine weitere App würde sie ebenfalls gerne entwickeln: „Ich würde mich über weitere Anfragen freuen.“


Der Masterstudiengang New Media Journalsm startet übrigens jährlich im Oktober. Studieninteressierte können sich bis zum 15. August bzw. im Nachrückverfahren bis zum 30. September eines jedes Jahres bewerben. Die Regelstudienzeit beträgt vier Semester. Das Programm kombiniert Präsenz- und Selbststudienphasen. Der Präsenzunterricht findet in der Regel einmal im Monat von Donnerstag bis Samstag abwechselnd in Leipzig, Hamburg, Salzburg sowie in Luzern statt. Der von der Universität Leipzig verliehene akademische Grad „Master of Arts“ ist international anerkannt.