NMJ-Studenten erfahren beim MDR alles über trimedialen Newsdesk

Micheal Naumann (Mitte) führt die Studenten des Studiengangs New Media Journalism durch die Redaktionsräume des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR).

„Gemeinsam schneller arbeiten und Geschichten vorantreiben“ - genau dies sei eines der Ziele des trimedialen Newsdesks des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), erklärt Micheal Naumann, Referent des Chefredakteurs, den Studenten des Masterprogramms New Media Journalism (NMJ) bei einem Besuch des Leipziger MDR-Standorts am vergangenen Donnerstag. Während des zweistündigen Rundgangs konnten die Studenten einen guten Einblick in die redaktionelle Arbeit des MDR gewinnen.

Am trimedialen Nachrichtentisch arbeiten Schulter an Schulter Planer aus dem Fernseh-, Hörfunk- und Online-Bereich – ein einzigartiges Konzept in der öffentlich-rechtlichen ARD, wie Naumann berichtet. „Vor 10 Jahren hat jemand für sich selbst gearbeitet und wurde von den anderen Teams nicht eingeweiht. Jetzt passiert das nicht mehr“, erklärt er, „Absprachen erfolgen schneller, das gedrehte Material wird hochgeladen und ist für alle sofort verfügbar.“ Damit könne man zum Beispiel auch vermeiden, dass unterschiedliche Teams aus dem selben Haus zum gleichen Termin fahren, fügt Naumann hinzu.

Kein Journalist muss alles können, aber die Ausbildung ist inzwischen trimedial

Synergien bei redaktioneller Arbeit werden heutzutage immer wichtiger. Kostendruck, steigende Konkurrenz durch immer schneller und zugänglicher digitalen Technologien erfordern neue Lösungen und Arbeitsweisen. Der 2011 eingeweihte trimediale Newsdesk dient als Koordinationspunkt unter den drei Bereichen (TV, Hörfunk und Online); er soll die Kommunikation erleichtern. „Früher musste man manchmal an mehreren Konferenzen im Haus teilnehmen, jetzt ist das in der Regel nicht mehr nötig“, so Naumann.

Multimediale Kompetenzen werden auf dem journalistischen Arbeitsmarkt immer wichtiger. „Es ist aber nicht so, dass jeder jetzt alles machen muss“, erklärt Naumann. „Es hängt immer von den persönlichen Kompetenzen ab.“ Volontäre werden beim MDR trimedial ausgebildet, man arbeite allerdings später in dem Bereich oder den Bereichen, in denen man die besten Kompetenzen mitbringt. „Qualität hat Priorität“, so Naumann.

Mitarbeiter werden nach Themen und nicht nach Mediengattungen eingeteilt

Die öffentlich-rechtliche Einrichtung, die circa 2000 fest angestellte Mitarbeiter beschäftigt, wird gerade umstrukturiert. Bis Ende 2018 sollen Redakteure von MDR Info nach Leipzig umziehen, das kulturelle Ressort wird hingegen in Halle zusammengebracht. Damit würde man in die Richtung einer thematischen, statt medialen, Einteilung der Teams steuern.

Interessant für die Studenten war ebenfalls der Besuch der Fernsehstudios, in denen auch die Nachrichtensendung MDR Aktuell produziert wird. Die technische Ausstattung umfasst unter anderem völlig automatisierte, selbst-drehende Videokameras.

Text und Foto: Serena Bilanceri, Studentin des Studiengangs New Media Journalism (Jahrgang 2015)