Onlineradio Detektor.fm als Beispiel für neuen Journalismus

Redaktionsführung mit Christian Bollert bei Detektor.fm. Foto: Sebastian Heinisch

„Manche fragen sich vielleicht: Wieso gibt es Detektor.fm nach fast sieben Jahren immer noch?“ Diese Frage hat Christian Bollert, Geschäftsführer des 2009 gegründeten Leipziger Onlineradios, den Studierenden des Masterstudiengangs New Media Journalism bei einem Redaktionsbesuch am vergangenen Freitag beantwortet. Eine innovative Geschäftsidee, eine im Vergleich zum klassischen UKW-Radio gut abgrenzbare Zielgruppe, ein journalistisch und musikalisch anspruchsvolles Programm und eine Offenheit für neue digitale Formate sind Gründe dafür, dass der Internetradiosender weiter beständig wächst und neue Hörer für sich begeistern kann.

Erfolgreiches Brand-Eins-Magazin auf Detektor.fm

Bollert erläuterte dies am Beispiel der im April 2016 gestarteten Brand-Eins-Sendung.  Detektor.fm produziert das Magazin in Kooperation mit der Brand-Eins-Redaktion seitdem jeden Monat ergänzend zum aktuellen Heft . „Das Brand-Eins-Magazin zum Hören“ stürmte die deutschen Podcast-Charts bei I-Tunes und brachte Detektor.fm weitere neue Hörer.

Blick ins Studio 1 von Detektor.fm. Foto: Sebastian Heinisch

Blick ins Studio 1 von Detektor.fm. Foto: Sebastian Heinisch

Die Studierenden zeigten sich nicht nur an der Senderphilosophie interessiert: Sie wollten auch wissen, wie das Geschäftsmodell funktioniert, wie die Trennung zwischen redaktionell verantworteten Inhalten und den Wünschen von Anzeigenkunden eingehalten wird und wie detektor.fm seine Hörerzahlen erhebt.

Letzteres ist aufgrund der vielen Verbreitungswege (Website-Nutzer, Stream-Nutzer, Podcast-Abonnenten etc.) nicht so trivial zu beantworten wie beim klassischen UKW-Radio. Bollert wies aber auf einen Vorteil von Webradio hin: „Spotify liefert derzeit die besten Nutzungsstatistiken.“ So kenne die Redaktion die Abonnenten ihrer Podcasts bei Spotify ziemlich genau – ganz ohne aufwendige und teure Höreranalysen.

 

In einer Führung durch die Redaktionsräume zeigte Bollert den Studierenden abschließend die beiden Studios des Senders, den Newsdesk, an dem die Sendungen vom jeweiligen Chef vom Dienst geplant und begleitet werden, und die Sendetechnik – ein überraschend kleiner Serverschrank.

Christian Bollert, Geschäftsführer von Detektor.fm. Foto: Sebastian Heinisch

Christian Bollert, Geschäftsführer von Detektor.fm. Foto: Sebastian Heinisch

Wandel des Journalismus im Fokus

Der Redaktionsbesuch war Bestandteil des ersten Moduls „Einführung in New Media Journalism“ im Studiengang. In der ersten Präsenzphase des Moduls im vergangenen Oktober haben sich die Studierenden in Leipzig mit dem Wandel des klassischen Journalismus hin zu einem digital produzierten und rezipierten sowie sozial vernetzten Journalismus befasst. In der zweiten Präsenzphase des Moduls standen neben Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens die neuen journalistischen und redaktionellen Tätigkeitsfelder im Fokus, die anhand der detektor.fm-Redaktion beispielhaft deutlich wurden.

Wir danken Christian Bollert und dem Team von Detektor.fm an dieser Stelle für den interessanten Einblick in ihre Arbeit!